forsthaus wörnbrunn

Zu Grünwald im Isartal...waren nicht nur die alten Rittersleut wegen ihres Hauens und Stechens bekannt, nicht minder bekannt waren auch die Auseinandersetzungen um Wörnbrunn. Diesen Hof gab es schon lange vor dem 12. Jahrhundert. Erstmals urkundlich erwähnt wurde er als Graf Konrad von Valley 1170 im Tausch das Gut an das Kloster Schäftlarn gab. Nach fast 300 Jahren klösterlichen Besitzes wurde Wörnbrunn im 15. Jahrhundert dann Eigentum der Wittelsbacher.

1555 kämpfte Hanns Fink mit der längst baufälligen Behausung und den Ställen für Rinder, Hühner und Pferde. Auch schon damals war der Forst wenig freigebig - das benötigte Holz lieferte er nur sparsamst.
1590 wurden die Wörnbrunner Höfe von Hanns Stricker, Georg Finckh und Michael Zellmayr dem Wenzl Vogl und seiner Tochter Sabina auf Leibrecht gegeben, später wurde er Sabina auf ihr „Leiblebtag verleibt".

1701 wurde Wörnbrunn Schwaige, das bedeutete, ein einzelstehender Hof hatte eine Vieh- und Milchbewirtschaftung. Nun wurde er noch mit einer Bierkonzession für den Eigenbedarf versehen - also erlaubter Bierkonsum nur für eigene Knechte, Mägde und Tagelöhner. Bald darauf gab es Krach mit dem Grünwalder Wirt,  der sich benachteiligt fühlte nicht mehr allein Bier ausschenken zu dürfen. Der Umsatz, den die Tagelöhner und Knechte bislang machten, fehlte ihm jetzt. Nach langem Papierkrieg, Beschwerden und einem gelungenen Verbot für die Schwaigerin, Bier auszuschenken (dasselbige aber weder sonderlich beeindruckte noch beachtete), setze sich letztendlich die Schwaigerin durch.

In den Augen des Kurfürsten schenkte der Grünwalder Wirt sowieso zu wenig weißes Bier aus. Das war die Stunde für die Schwaigerin. Mußte sie ja auch keine Polizeistunde einhalten. Erfolgreich wie sie war bekam sie 1789 eine Konzession und der Grünwalder Wirt musste sie von nun an dulden.

Im 19, Jahrhundert kam König Ludwig I. von Bayern nach Wörnbrunn zur Jagd und sicherlich auch auf eine frische Maß. Die Strecke war durchaus beachtlich, 69 Hirsche, 16 Rehe, 54 Wildschweine, 13 Hasen etc.

Die Schwaige wurde zum Forsthaus.

1846 wurde Wörnbrunn mit ca. 120 ha Land verkauft und vom königlichen Forstamt und dem Revierförster bewirtschaftet. Auch Ludwig Thoma besuchte dort öfter seine Onkels, die dort Förster waren und den Buben gerne als Waidmann im grünen Rock gesehen hätten. Dort schrieb er dann seine Lausbubng'schichten und verewigte darin u.a. den Stand der Förster.

1891 erhielt Förster Bauer eine Konzession für die Gastwirtschaft. 1901 folgt Karl Hopf und 1918 übernahm Förster Friedrich Bauer die Wirtschaft, die seine Frau führte und zusätzlich eine Branntweinkonzession erwarb.

Am 1. Januar 1935, nachdem Landwirtschaft und Forstbetrieb getrennt waren, pachtete Kaspar Adam das Forsthaus Wörnbrunn, das er am 8. Mai 1961 vom Freistaat kaufte. Seine Kinder Joseph und Leni verkauften Wörnbrunn am 1. September 1975 an Richard und Christa Süßmeier, das von beiden Wirtsleuten großzügig umgebaut und erweitert wurde - sicherlich mit dem größten Erfolg seiner bisherigen Geschichte.

Am 1. April 2006 übernahm der Wirt Franz Schmid mit seiner Geschäftsführerin Edith Pongratz nach längeren Renovierungsarbeiten das alte Traditionshaus, das Forsthaus Wörnbrunn - und wer weiß, vielleicht wächst bald wieder zusammen, was Jahrhunderte lang immer zusammen gehörte - das Forsthaus mit dem Gutsteil Wörnbrunn.

ÖFFNUNGSZEITEN

täglich geöffnet von 10 - 24 Uhr
Küche von 11 - 21:30 Uhr
Forsthaus Wörnbrunn  •   Wörnbrunn 1  •   82031 Grünwald  •   Tel 089 - 69 39 56 20  •   Fax 089 - 69 39 56 21  •   info@woernbrunn.de